Elektronische, magnetische und optische Werkstoffe
An einen entmagnetisierten Ferromagneten wird ein äußeres Magnetfeld angelegt und allmählich verstärkt. Welche Aussage beschreibt richtig, wie die Magnetisierung abläuft?
- ABei schwachem Feld wandern vor allem die Domänenwände, bei starkem dreht sich die Magnetisierung in den Bezirken bis nahe zur Sättigung
- BVon Anfang an dreht sich das magnetische Moment jedes Atoms einzeln und unabhängig von den anderen in die Feldrichtung
- CDie Magnetisierung schreitet fort, indem sich die Bezirke fein aufteilen und ihre Zahl zunimmt
Lösung und Erläuterung anzeigen
Lösung: A. Bei schwachem Feld wandern vor allem die Domänenwände, bei starkem dreht sich die Magnetisierung in den Bezirken bis nahe zur Sättigung
Ein entmagnetisierter Ferromagnet ist im Inneren in viele Weiss-Bezirke mit unterschiedlicher Magnetisierungsrichtung aufgeteilt, deren Magnetisierungen sich insgesamt aufheben. In einem schwachen Feld verschieben sich die Domänenwände, also die Grenzen zwischen den Bezirken, sodass die Bezirke mit feldnaher Ausrichtung wachsen und die Magnetisierung zunimmt. Wird das Feld weiter verstärkt, dreht sich die Magnetisierung in den verbleibenden Bezirken selbst in die Feldrichtung und nähert sich der Sättigungsmagnetisierung. Innerhalb eines Bezirks sind die atomaren Momente bereits ausgerichtet; sie drehen sich also nicht einzeln und unabhängig. Auch die Zahl der Bezirke nimmt nicht zu; vielmehr wachsen die Bezirke mit günstiger Ausrichtung. Je stärker die Domänenwände an Einschlüssen und Korngrenzen hängen bleiben, desto größer ist die Koerzitivfeldstärke.
Weiter: 9 weitere Fragen zum Thema „Elektronische, magnetische und optische Werkstoffe“