Metallische Werkstoffe und Legierungen
Als Richtwert für die Rekristallisationstemperatur wird das 0,4-Fache der Schmelztemperatur (als absolute Temperatur) angenommen. Welcher der folgenden Vorgänge ist dann eine Warmumformung? Die Schmelztemperaturen betragen 327 °C für Blei, 3422 °C für Wolfram und 1538 °C für Eisen.
- AWalzen von Blei bei Raumtemperatur (25 °C)
- BWalzen von Wolfram bei 1000 °C
- CWalzen von Eisenblech bei Raumtemperatur (25 °C)
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Lösung: A. Walzen von Blei bei Raumtemperatur (25 °C)
Warm- und Kaltumformung werden nicht danach unterschieden, ob die Temperatur hoch oder niedrig ist, sondern danach, ob oberhalb der Rekristallisationstemperatur umgeformt wird. Für Blei liegt der Richtwert bei 0,4 × (327 + 273) = 240 K, also etwa −33 °C; das Walzen bei Raumtemperatur (25 °C) ist daher eine Warmumformung, bei der Erholung und Rekristallisation schon während der Umformung ablaufen und kaum Kaltverfestigung zurückbleibt. Für Wolfram liegt der Richtwert bei 0,4 × 3695 ≈ 1478 K (etwa 1205 °C); bei 1000 °C handelt es sich nach diesem Kriterium um eine Kaltumformung, auch wenn das Metall rot glüht (eine Umformung bei erhöhter Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur wird auch Halbwarmumformung genannt). In °C zu rechnen, also 0,4 × 3422 ≈ 1369 °C, ist falsch. Für Eisen ergibt sich 0,4 × 1811 ≈ 724 K (etwa 451 °C), sodass das Walzen bei Raumtemperatur eine Kaltumformung ist. Die tatsächliche Rekristallisationstemperatur hängt vom Umformgrad und von der Reinheit ab.
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