Werkstoffverarbeitung und Fügen

Nach dem Biegen eines Blechs und der Entnahme aus dem Werkzeug geht der Biegewinkel durch elastisches Zurückfedern teilweise zurück. Bei welchem Werkstoff wird diese Rückfederung tendenziell groß? Blechdicke und Biegeradius seien gleich.

  1. ABei einem weichen, steifen Werkstoff mit niedriger Streckgrenze und hohem Elastizitätsmodul
  2. BSie hängt nicht von Streckgrenze oder Elastizitätsmodul ab, sondern nur von der Umformgeschwindigkeit
  3. CBei einem Werkstoff mit hoher Streckgrenze und niedrigem Elastizitätsmodul
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Lösung: C. Bei einem Werkstoff mit hoher Streckgrenze und niedrigem Elastizitätsmodul

Im Querschnitt des gebogenen Blechs bleiben auch nach der plastischen Verformung Spannungen in der Größenordnung der Streckgrenze bestehen; nach der Entlastung federt das Blech um die entsprechende elastische Dehnung (etwa σ/E) zurück. Die Rückfederung ist daher umso größer, je höher die Streckgrenze und je niedriger der Elastizitätsmodul ist. Hochfeste Stahlbleche mit gleichem Elastizitätsmodul, aber höherer Festigkeit, und Bleche aus Aluminiumlegierungen, deren Elastizitätsmodul etwa ein Drittel des Wertes von Stahl beträgt, federn stark zurück, sodass die Formgenauigkeit schwer einzuhalten ist. Die Antwort mit einem weichen, steifen Werkstoff ist verkehrt herum, und auch die Antwort, nur die Umformgeschwindigkeit sei maßgebend, ist falsch. Als Gegenmaßnahmen wird etwa um den Rückfederbetrag überbogen oder der Biegebereich mit dem Werkzeug kräftig nachgedrückt, damit er plastisch verformt wird.

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