Oberflächentechnik und Tribologie
Ein Zahnrad aus kohlenstoffarmem Stahl (etwa 0,2 % C) wird einsatzgehärtet (aufgekohlt und gehärtet). Welche Aussage über diese Behandlung trifft zu?
- AIm Austenitgebiet (etwa 900 bis 950 °C) lässt man Kohlenstoff in die Randschicht eindiffundieren und härtet anschließend, sodass die Randschicht aus hartem Martensit und der Kern aus einem zähen Gefüge besteht
- BAufgekohlt wird im Ferritgebiet (etwa 550 °C), in dem viel Kohlenstoff gelöst werden kann, sodass die Randschicht ohne Härten hart wird und der Verzug gering ist
- CDie kohlenstoffreiche Randschicht wandelt sich vor dem Kern in Martensit um, sodass nach dem Härten Zugeigenspannungen in der Randschicht bleiben und die Schwingfestigkeit des Zahnrads sinkt
Lösung und Erläuterung anzeigen
Lösung: A. Im Austenitgebiet (etwa 900 bis 950 °C) lässt man Kohlenstoff in die Randschicht eindiffundieren und härtet anschließend, sodass die Randschicht aus hartem Martensit und der Kern aus einem zähen Gefüge besteht
Das Aufkohlen erfolgt im Austenitgebiet (etwa 900 bis 950 °C), in dem viel Kohlenstoff gelöst werden kann (bei Temperaturen zwischen 900 und 1000 °C etwa 1,2 bis 1,4 %) und die Diffusion schnell ist. Wird nach dem Anheben des Kohlenstoffgehalts der Randschicht auf etwa 0,8 % gehärtet, besteht die Randschicht aus hartem Martensit und der Kern aus kohlenstoffarmem, zähem Gefüge, sodass Verschleißfestigkeit und Schlagzähigkeit zugleich erreicht werden. Die kohlenstoffreiche Randschicht hat eine niedrigere Martensitstarttemperatur und wandelt sich später um als der Kern; ihre Volumenzunahme wird vom Kern behindert, sodass Druckeigenspannungen in der Randschicht bleiben und auch die Schwingfestigkeit steigt. Die Löslichkeit von Kohlenstoff im Ferrit beträgt höchstens etwa 0,02 %; eine Härtung ohne Abschrecken im Ferritgebiet bei niedriger Temperatur kennzeichnet das Nitrieren. Beim Einsatzhärten sind Maßnahmen gegen den Härteverzug nötig.
Weiter: 9 weitere Fragen zum Thema „Oberflächentechnik und Tribologie“