Korrosion und Oberflächenbehandlung
SUS304 (japanische Norm JIS) wird in chloridreichem Meerwasser eingesetzt. Welche Kombination aus der dabei wahrscheinlichen örtlichen Korrosion und einer Gegenmaßnahme trifft zu?
- AFlächenkorrosion; die Wanddicke wird als Korrosionszuschlag erhöht
- BLochkorrosion; Wechsel zu einer Mo-haltigen Sorte wie SUS316
- CLochkorrosion; Wechsel zu einem nichtrostenden Stahl mit höherem Kohlenstoffgehalt
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Lösung: B. Lochkorrosion; Wechsel zu einer Mo-haltigen Sorte wie SUS316
Chloridionen durchbrechen die Passivschicht örtlich an Schwachstellen und verursachen Lochkorrosion, bei der kleine Löcher in die Tiefe vorangetrieben werden. Im Loch wird die Lösung durch Hydrolyse der gelösten Metallionen sauer, und zur Wahrung der Elektroneutralität wandern Chloridionen hinein, sodass sich die Korrosion selbst beschleunigt. Da die große passive Oberfläche ringsum als Kathode und der Lochgrund als kleine Anode wirken, kann die Korrosion rasch bis zum Durchbruch fortschreiten. Abhilfe ist der Wechsel zu Sorten mit mehr Mo, Cr und N, die die Schicht stärken (z. B. SUS316 mit etwa 2–3 % Mo); die aus diesen Gehalten berechnete Wirksumme (PREN) dient als Auswahlkriterium. Da es sich nicht um eine gleichmäßige Flächenkorrosion handelt, ist eine größere Wanddicke keine wirksame Maßnahme. Mehr Kohlenstoff fördert die Bildung von Cr-Carbiden an den Korngrenzen (Sensibilisierung) und senkt die Korrosionsbeständigkeit sogar.
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