Magnetische Werkstoffe
Auf der Entmagnetisierungskurve eines Dauermagneten sei der Betrag des Gegenfelds, bei dem die Flussdichte B null wird, die Koerzitivfeldstärke HcB, und der Betrag des Gegenfelds, bei dem die Magnetisierung M null wird, die intrinsische Koerzitivfeldstärke HcJ. Welche Größenbeziehung zwischen beiden folgt aus B = µ₀(H + M)?
- AHcJ ≥ HcB
- BHcJ ≤ HcB
- CUnabhängig vom Werkstoff stets HcJ = HcB
Lösung und Erläuterung anzeigen
Lösung: A. HcJ ≥ HcB
Ist B bei einem Gegenfeld H = −HcB null geworden, folgt aus B = µ₀(H + M) M = HcB > 0; die Magnetisierung ist also noch positiv. Um M auf null zu bringen, ist ein noch stärkeres Gegenfeld nötig, daher gilt HcJ ≥ HcB. Die Aussagen HcJ ≤ HcB und stets gleiche Werte sind somit falsch. Außerdem wird M im Gegenfeld nicht größer als die remanente Magnetisierung, sodass HcB den Wert Br/µ₀ nicht übersteigen kann. Bei Werkstoffen mit sehr großem HcJ wie Neodym-Magneten bleibt HcB nahe dieser Obergrenze Br/µ₀ stehen. Ob ein Magnet bei hoher Temperatur oder in einem starken Gegenfeld schwer entmagnetisiert wird, beurteilt man nach HcJ, das angibt, ob sich die Magnetisierung selbst umkehrt. Bei weichmagnetischen Werkstoffen mit kleiner Koerzitivfeldstärke ist der Unterschied zwischen beiden vernachlässigbar klein.