Wärmebehandlung und metallische Werkstoffe

Welche Aussage über die martensitische Umwandlung in Stahl trifft zu?

  1. ASie läuft langsam ab, wobei Kohlenstoffatome über große Entfernungen diffundieren und an den Austenitkorngrenzen Zementit ausscheiden
  2. BSie ist eine diffusionslose Scherumwandlung, bei der mit Kohlenstoff übersättigter tetragonal-raumzentrierter (trz) Martensit entsteht
  3. CJe langsamer die Abkühlung, desto mehr Zeit haben die Kohlenstoffatome zum Diffundieren und Umordnen, sodass mehr Martensit entsteht
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Lösung: B. Sie ist eine diffusionslose Scherumwandlung, bei der mit Kohlenstoff übersättigter tetragonal-raumzentrierter (trz) Martensit entsteht

Wird Austenit schneller als mit der kritischen Abkühlgeschwindigkeit abgeschreckt, bleibt dem Kohlenstoff keine Zeit zur Diffusion; es kommt zu einer scherenden Umwandlung, bei der sich die Atome kollektiv um kleine Beträge verschieben, und es entsteht tetragonal-raumzentrierter (trz) Martensit mit übersättigt gelöstem Kohlenstoff. Da der Kohlenstoff das Gitter in Richtung der c-Achse verzerrt, ist das Gefüge sehr hart und spröde. Die Umwandlung beginnt bei der Ms-Temperatur, schreitet mit sinkender Temperatur fort und hängt kaum von der Haltezeit ab. Ein Zerfall in Ferrit und Zementit unter Diffusion des Kohlenstoffs führt zu Perlit und Bainit, und es ist auch der Perlit, der sich umso leichter bildet, je langsamer abgekühlt wird.

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