Wärmebehandlung und metallische Werkstoffe

Die Streckgrenze eines Metalls betrug bei einer mittleren Korngröße von 100 µm 150 MPa und bei 25 µm 250 MPa. Welcher Wert kommt der Streckgrenze bei einer Korngröße von 4 µm am nächsten, wenn die Hall-Petch-Beziehung σy = σ₀ + k/√d gilt?

  1. Aca. 278 MPa
  2. Bca. 550 MPa
  3. Cca. 950 MPa
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: B. ca. 550 MPa

Rechnet man die Korngrößen in m um und bildet 1/√d, erhält man für d = 100 µm 100, für 25 µm 200 und für 4 µm 500 (jeweils in 1/√m). Aus den beiden Messpunkten folgen k = (250 − 150)/(200 − 100) = 1,0 MPa·√m und σ₀ = 150 − 1,0 × 100 = 50 MPa; bei 4 µm ist somit σy = 50 + 1,0 × 500 = 550 MPa. Ca. 950 MPa entsteht, wenn man annimmt, die Streckgrenze hänge linear von 1/d ab, und eine Gerade durch die beiden Punkte legt; ca. 278 MPa ist eine Extrapolation, als ändere sich die Streckgrenze linear mit der Korngröße d. Die Verfestigung ist umgekehrt proportional zur Wurzel der Korngröße; jede Verkleinerung der Korngröße auf 1/4 verdoppelt daher den Beitrag der Korngrenzen.

Fehler melden

Dieses Thema üben Zurück zum Thema

Passende Rechner

Weitere Fragen zum Thema „Wärmebehandlung und metallische Werkstoffe“

  1. Welche Reihenfolge der Schritte bei der Ausscheidungshärtung einer Al-Cu-Legierung (Duralumin-Typ) ist richtig?
  2. Welche der folgenden Aluminiumlegierungen lässt sich nicht durch eine Wärmebehandlung mit Ausscheidungshärtung verfestigen (ist also nicht aushärtbar)?
  3. Welche Aussage über die Mischkristallverfestigung durch Substitutionsatome trifft zu?
  4. Ein Kupferdraht mit 10,0 mm Durchmesser wird auf 8,0 mm Durchmesser gezogen. Wie groß ist der Kaltumformgrad (Querschnittsabnahme)?
  5. Welche Aussage über die Rekristallisation beim Erwärmen eines kaltverformten Metalls trifft zu?