Mechanische Eigenschaften und Bruch
Wie wird bei Werkstoffen ohne ausgeprägte Streckgrenze, etwa Aluminiumlegierungen, die 0,2-%-Dehngrenze richtig bestimmt?
- AMan liest auf der Spannungs-Dehnungs-Kurve direkt die Spannung im Punkt mit 0,2 % Dehnung ab
- BMan verschiebt die elastische Gerade um 0,2 % Dehnung parallel und nimmt die Spannung am Schnittpunkt mit der Kurve
- CMan nimmt die Spannung, die 0,2 % der aus der Höchstkraft bestimmten Zugfestigkeit entspricht
Lösung und Erläuterung anzeigen
Lösung: B. Man verschiebt die elastische Gerade um 0,2 % Dehnung parallel und nimmt die Spannung am Schnittpunkt mit der Kurve
Die 0,2-%-Dehngrenze ist als die Spannung definiert, nach deren Entlastung eine bleibende (plastische) Dehnung von 0,2 % zurückbleibt. In der Spannungs-Dehnungs-Kurve verschiebt man die Gerade des elastischen Bereichs um 0,002 in Richtung der Dehnungsachse und liest die Spannung am Schnittpunkt mit der Kurve ab. Liest man die Spannung bei 0,2 % Dehnung direkt ab, enthält diese Dehnung auch den elastischen Anteil; das entspricht nicht der Definition und ergibt einen zu niedrigen Wert. Der Höchstkraft entspricht die Zugfestigkeit, eine andere Größe als die 0,2-%-Dehngrenze. Bei Werkstoffen wie Baustahl, die eine deutliche obere und untere Streckgrenze zeigen, verwendet man den Wert der Streckgrenze.
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