Metallische Werkstoffe und Legierungen
Ein kaltumgeformtes Metall wird auf eine Temperatur erwärmt, bei der noch keine Rekristallisation einsetzt. Welche Aussage über die dabei ablaufende Erholung trifft zu?
- ADie Versetzungen ordnen sich um und die inneren Spannungen sinken, Härte und Festigkeit nehmen aber kaum ab
- BNeue verzerrungsfreie Körner ersetzen das Gefüge, die Versetzungsdichte sinkt und die Härte nimmt stark ab
- CKorngrenzen wandern und die Körner vergröbern auf ein Mehrfaches, Härte und Festigkeit nehmen stark ab
Lösung und Erläuterung anzeigen
Lösung: A. Die Versetzungen ordnen sich um und die inneren Spannungen sinken, Härte und Festigkeit nehmen aber kaum ab
Bei der Erholung löschen sich die durch die Umformung erzeugten Versetzungen aus oder ordnen sich in energieärmere Anordnungen um (Polygonisation, bei der Kleinwinkelkorngrenzen entstehen). Da die Gesamtzahl der Versetzungen kaum abnimmt, sinken Härte und Festigkeit nur wenig; die inneren Spannungen (Eigenspannungen) nehmen jedoch ab, und durch den Abbau von Punktdefekten geht der elektrische Widerstand deutlich zurück. Das Spannungsarmglühen, mit dem nur die Spannungen abgebaut werden sollen, während die Form des umgeformten Teils erhalten bleibt, nutzt diese Erholung. Dass neue verzerrungsfreie Körner entstehen und Versetzungsdichte und Härte stark abnehmen, kennzeichnet die Rekristallisation, die bei höheren Temperaturen abläuft. Die Vergrößerung der Körner ist das Kornwachstum, das auf die Rekristallisation folgt; beide sind von der Erholung verschiedene Stufen.
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