Nichteisenmetalle und -legierungen

Bei Blechen aus Legierungen wie 2024 für Flugzeugaußenhäute wird plattiertes Blech (Alclad) verwendet, auf dessen beide Seiten dünne Schichten aus Reinaluminium oder einer Al-Zn-Legierung aufgewalzt sind. Was ist die Hauptaufgabe dieser Schichten?

  1. ADie Oberflächenschicht ist edler und härter als der Kern und wirkt daher auch bei Kratzern als Schutzfilm, der die Auflösung des Kerns aufhält
  2. BDie Oberflächenschicht ist unedler als der Kern; liegt der Kern an Kratzern oder Schnittkanten frei, löst sich die Schicht zuerst auf und schützt den Kern elektrochemisch
  3. CDie Oberflächenschicht schmilzt beim Erwärmen und füllt Spalte an Fügestellen, sodass um Nietlöcher keine Ermüdungsrisse entstehen
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: B. Die Oberflächenschicht ist unedler als der Kern; liegt der Kern an Kratzern oder Schnittkanten frei, löst sich die Schicht zuerst auf und schützt den Kern elektrochemisch

Cu-haltige Legierungen der 2000er-Serie sind fest, neigen aber um Cu-haltige Ausscheidungen zu örtlicher und interkristalliner Korrosion und sind daher wenig korrosionsbeständig. Deshalb werden auf beide Seiten Schichten aus Reinaluminium oder einer Al-1 % Zn-Legierung von einigen Prozent der Blechdicke aufgewalzt. Diese Plattierung ist unedler als der Kern; liegt der Kern an Kratzern oder Schnittkanten frei, löst sich die Plattierung wie eine Opferanode zuerst auf und schützt ihn. Wäre die Plattierung edler, würde der freiliegende Kern durch Kontaktkorrosion im Gegenteil schneller korrodieren; die Antwort mit der edlen Schicht ist daher falsch. Beim Erwärmen zu schmelzen und Spalte zu füllen ist die Aufgabe der Plattierung von Lotplattierblech zum Hartlöten. Da die Plattierung wenig fest ist, sinken die Gesamtfestigkeit und die Ermüdungsfestigkeit des Blechs etwas, was man bei der Wahl der Blechdicke berücksichtigt.

Fehler melden

Dieses Thema üben Zurück zum Thema

Weitere Fragen zum Thema „Nichteisenmetalle und -legierungen“

  1. Wird eine Al-Cu-Legierung lösungsgeglüht, abgeschreckt und ausgelagert, ändern sich die Ausscheidungen etwa in der Folge GP-Zonen → θ'' → θ' → θ (Al₂Cu). Welche Aussage über GP-Zonen ist richtig?
  2. Für Grobbleche und Schmiedeteile aus der Legierung 7075 wird statt T6, das die höchste Festigkeit ergibt, mitunter der überalterte Zustand T73 gewählt. Was ist der Hauptgrund?
  3. Angenommen, Lithium senkt in Aluminium die Dichte um etwa 3 % und erhöht den Elastizitätsmodul um etwa 6 % je Massen-% Li. Das Wievielfache der spezifischen Steifigkeit (Elastizitätsmodul/Dichte) von Reinaluminium beträgt etwa die einer Al-Li-Legierung mit 2,0 Massen-% Li? Die Änderungen seien proportional zur zugesetzten Menge.
  4. Zähgepoltes Kupfer (Kupfer mit etwa 0,02 bis 0,05 % Sauerstoff, überwiegend als Cu₂O verteilt) kann verspröden, wenn es in reduzierender, wasserstoffhaltiger Atmosphäre erwärmt, gasgeschweißt oder hartgelötet wird. Welche Angabe zu Ursache und Abhilfe ist richtig?
  5. Welche Zuordnung der Verfestigungsmechanismen von Phosphorbronze und Berylliumkupfer, zwei Kupferlegierungen für Federn und Steckverbinder, ist richtig?