Computergestützte Materialwissenschaft

Welche Aussage über die kinetische Monte-Carlo-Methode (kMC) trifft zu?

  1. AEreignissen wie Atomsprüngen werden Raten ν exp(−E_a/kT) zugeordnet, Ereignisse mit ratenproportionaler Wahrscheinlichkeit gewählt und die Zeit fortgeschrieben, sodass Diffusion und Ausscheidung über lange Zeiten verfolgbar sind
  2. BSie integriert die Bewegungsgleichungen der Atome in Femtosekundenschritten, verfolgt die thermischen Schwingungen genau und behandelt bei gleichem Aufwand längere Diffusionszeiten als die Molekulardynamik
  3. CSie kennt keine Zeit, nimmt energieerhöhende Versuche mit der Wahrscheinlichkeit exp(−ΔE/kT) an und dient nur zur Bestimmung mittlerer Eigenschaften im Gleichgewicht
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: A. Ereignissen wie Atomsprüngen werden Raten ν exp(−E_a/kT) zugeordnet, Ereignisse mit ratenproportionaler Wahrscheinlichkeit gewählt und die Zeit fortgeschrieben, sodass Diffusion und Ausscheidung über lange Zeiten verfolgbar sind

Bei der Diffusion im Festkörper führen Atome sehr viele Schwingungen aus, bevor sie selten in eine benachbarte Leerstelle springen. Die Molekulardynamik verfolgt alle diese Schwingungen, sodass Vorgänge über mehr als Mikrosekunden schwer zugänglich sind. Die kMC lässt die Schwingungen weg: Sie stellt eine Liste von Ereignissen wie Leerstellensprüngen mit ihren Aktivierungsenergien auf, wählt das nächste Ereignis mit einer zur Rate ν exp(−E_a/kT) proportionalen Wahrscheinlichkeit und schreitet in der Zeit gemäß dem Kehrwert der Summe aller Raten voran. Als Aktivierungsenergien werden häufig DFT-Werte verwendet. So lassen sich das Wachstum von Ausscheidungen beim Auslagern oder die Entwicklung von Strahlenschäden in realer Zeit verfolgen. Die Bewegungsgleichungen zu integrieren, kennzeichnet die Molekulardynamik, und ohne Zeitbegriff Gleichgewichtsmittelwerte zu bestimmen, das Metropolis-Verfahren.

Fehler melden

Dieses Thema üben Zurück zum Thema

Weitere Fragen zum Thema „Computergestützte Materialwissenschaft“

  1. Welche Aussage über die CALPHAD-Methode trifft zu?
  2. Mit der CALPHAD-Methode sollen in einer Nickelbasis-Superlegierung oder einem Stahl mit fast zehn Elementen die ausgeschiedenen Phasen und ihre Anteile vorhergesagt werden. Welche Kombination aus Grundgedanke und Einschränkung trifft zu?
  3. Welche Aussage über die Phasenfeldmethode trifft zu?
  4. Welche Vorgehensweise ist richtig, wenn mit der Finite-Elemente-Methode die elastischen Spannungen in einem Bauteil mit Bohrungen oder Kerben berechnet werden?
  5. Welcher Hinweis ist richtig, wenn in der Materialinformatik aus Daten bekannter Werkstoffe ein Modell des maschinellen Lernens erstellt wird, um Eigenschaften neuer Werkstoffe vorherzusagen?