Computergestützte Materialwissenschaft

Welche Vorgehensweise ist richtig, wenn mit der Finite-Elemente-Methode die elastischen Spannungen in einem Bauteil mit Bohrungen oder Kerben berechnet werden?

  1. AMit zunehmender Elementzahl summieren sich Rundungsfehler und der Fehler wächst; die Elemente sollten daher auch im Bereich der Spannungskonzentration möglichst grob und groß sein
  2. BIn einer linear-elastischen Rechnung konvergiert auch die Spannung an einer scharfen Rissspitze bei ausreichend feinen Elementen gegen einen endlichen Wert, der mit der Zugfestigkeit verglichen werden kann
  3. CDa es ein Näherungsverfahren ist, werden die Elemente im Bereich der Spannungskonzentration verfeinert, und es wird geprüft, dass sich das Ergebnis mit der Elementgröße kaum ändert (Konvergenz)
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: C. Da es ein Näherungsverfahren ist, werden die Elemente im Bereich der Spannungskonzentration verfeinert, und es wird geprüft, dass sich das Ergebnis mit der Elementgröße kaum ändert (Konvergenz)

Bei der Finite-Elemente-Methode wird die Struktur in kleine Elemente wie Dreiecke oder Vierecke zerlegt, und die Verschiebungen innerhalb eines Elements werden mit einfachen Funktionen aus den Knotenverschiebungen interpoliert. Durch Lösen der globalen Steifigkeitsgleichung [K]{u} = {F} erhält man die Knotenverschiebungen und daraus Dehnungen und Spannungen. Da die Interpolation eine Näherung ist, wird in der Nähe von Bohrungen und Kerben, wo sich die Spannung stark ändert, fein vernetzt, und grundsätzlich wird geprüft, dass sich die Werte bei weiterer Netzverfeinerung nicht mehr ändern. Gröbere Elemente ergeben in der Regel größere Fehler. In der linearen Elastizität ist die Spannung an einer scharfen Rissspitze dagegen theoretisch unendlich, sodass sie mit zunehmender Verfeinerung immer weiter wächst und nicht konvergiert. Risse werden daher nicht über die Spannung, sondern über den Spannungsintensitätsfaktor oder das J-Integral bewertet, und an der Spitze werden z. B. singuläre Elemente eingesetzt.

Fehler melden

Dieses Thema üben Zurück zum Thema

Weitere Fragen zum Thema „Computergestützte Materialwissenschaft“

  1. Welcher Hinweis ist richtig, wenn in der Materialinformatik aus Daten bekannter Werkstoffe ein Modell des maschinellen Lernens erstellt wird, um Eigenschaften neuer Werkstoffe vorherzusagen?
  2. Welche Zuordnung eines Rechenverfahrens der Werkstoffsimulation zu den räumlichen und zeitlichen Größenordnungen, die es üblicherweise behandeln kann, ist am zutreffendsten?
  3. Welche Aussage über die Grundideen der Dichtefunktionaltheorie (DFT) trifft zu?
  4. Welche Tendenz zeigen die Ergebnisse von Standard-DFT-Rechnungen mit LDA- oder GGA-Austausch-Korrelations-Funktionalen?
  5. Eine Superzelle mit 108 Atomen (periodische Randbedingungen) eines Metalls hat in einer DFT-Rechnung die Gesamtenergie −405,00 eV. Wird ein Atom entfernt, sodass eine Leerstelle entsteht, und die Struktur relaxiert, ergibt sich −400,10 eV. Welcher Wert kommt der Leerstellenbildungsenergie E_v = E(N−1) − [(N−1)/N]E(N) am nächsten?