Sintern: Was ist damit gemeint?

Verfahren, bei dem ein Pulverpressling bei hoher Temperatur unterhalb des Schmelzpunkts erhitzt wird, sodass sich die Teilchen verbinden und der Körper verdichtet. Die treibende Kraft ist die Verringerung der Oberflächenenergie.

Japanische Bezeichnung: 焼結

„Sintern“ kommt in 5 Übungsfragen aus 3 Themen vor, darunter Werkstoffverarbeitung und Fügen, Keramik und Glas, Batterie- und Energiewerkstoffe.

Fachgebiet: Keramik und Glas

Selbst ausprobieren: Fragen zu Sintern

Welche Aussage über das Sintern keramischer Pulver trifft zu?

  1. ADie Triebkraft des Sinterns ist die Abnahme der Oberflächenenergie, weil die Oberfläche der Partikel kleiner wird
  2. BAuch Oberflächendiffusion und Verdampfung–Kondensation nähern die Partikelmittelpunkte einander an und verdichten den Pressling stark
  3. CJe feiner die Partikel, desto höher ist die zum Sintern nötige Temperatur
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Lösung: A. Die Triebkraft des Sinterns ist die Abnahme der Oberflächenenergie, weil die Oberfläche der Partikel kleiner wird

Ein Pulverpressling hat eine große Oberfläche und besitzt überschüssige Oberflächenenergie. Bei hoher Temperatur wandert Material, die Sinterhälse zwischen den Partikeln wachsen, und durch die Abnahme der Oberfläche sinkt die Energie des Systems; dies ist die Triebkraft des Sinterns. Unter den Transportmechanismen verringern diejenigen, die Material durch Korngrenzendiffusion oder Volumendiffusion von den Korngrenzen heranführen, den Abstand der Partikelmittelpunkte und bewirken so Verdichtung (Schwindung). Oberflächendiffusion und Verdampfung–Kondensation verdicken dagegen nur die Hälse, ohne die Partikelmittelpunkte einander anzunähern, und tragen kaum zur Verdichtung bei. Feinere Partikel haben eine größere spezifische Oberfläche und kürzere Diffusionswege, sodass das Sintern bei niedrigeren Temperaturen abläuft.

Ein Pressling mit 70 % relativer Dichte wird auf 95 % relative Dichte gesintert. Welcher Wert kommt der linearen Schwindung (relative Längenabnahme) beim Sintern am nächsten, wenn die Schwindung isotrop ist und sich die Masse nicht ändert?

  1. AEtwa 9,7 %
  2. BEtwa 26 %
  3. CEtwa 36 %
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Lösung: A. Etwa 9,7 %

Da die Masse gleich bleibt, ist das Volumen umgekehrt proportional zur Dichte: V/V₀ = 0,70/0,95 ≈ 0,737. Bei isotroper Schwindung ist das Längenverhältnis die dritte Wurzel des Volumenverhältnisses, (0,737)^(1/3) ≈ 0,903, und die lineare Schwindung beträgt 1 − 0,903 ≈ 9,7 %. Etwa 26 % ist die Volumenschwindung 1 − 0,737, etwa 36 % die relative Zunahme der relativen Dichte (0,95 − 0,70)/0,70; keines von beiden ist die relative Längenabnahme. Bei der Herstellung von Sinterteilen wird diese Schwindung eingerechnet und das Werkzeug entsprechend größer ausgelegt. Ist die Dichte des Presslings etwa durch Reibung an der Werkzeugwand örtlich unterschiedlich, ist auch die Schwindung örtlich verschieden, und nach dem Sintern treten Verzug und Maßabweichungen auf.

„Sintern“ in den Erläuterungen

Fragen, in denen „Sintern“ vorkommt (5)

  1. Welche Aussage über das Sintern keramischer Pulver trifft zu?
  2. Ein Pressling mit 70 % relativer Dichte wird auf 95 % relative Dichte gesintert. Welcher Wert kommt der linearen Schwindung (relative Längenabnahme) beim Sintern am nächsten, wenn die Schwindung isotrop ist und sich die Masse nicht ändert?
  3. Zur Herstellung von WC-Co-Hartmetall wird WC-Pulver mit Co-Pulver gemischt, gepresst und gesintert. Welche Aussage über dieses Sintern trifft zu?
  4. Welche Aussage über sulfidische Festelektrolyte für Festkörperbatterien trifft zu?
  5. Um geschlossene Poren im Inneren pulvermetallurgischer Bauteile oder von Gussstücken zu beseitigen, wird heißisostatisches Pressen (HIP) eingesetzt. Welche Beschreibung dieses Verfahrens ist richtig?

Verwandte Begriffe

Spezifische Oberfläche Eutektische Reaktion Festelektrolyt Heißisostatisches Pressen Kriechen Perowskitstruktur Piezoelektrischer Effekt Umwandlungsverstärkung Weibull-Modul

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