Spezifische Oberfläche: Was ist damit gemeint?

Oberfläche eines Pulvers oder porösen Körpers je Masseneinheit, in m²/g. Für kugelförmige Teilchen gilt S = 6/(ρd); sie nimmt umgekehrt proportional zur Teilchengröße zu.

Japanische Bezeichnung: 比表面積

„Spezifische Oberfläche“ kommt in 5 Übungsfragen aus 3 Themen vor, darunter Nanomaterialien, Dünne Schichten, Oberflächen und Nanomaterialien, Keramik und Glas.

Fachgebiet: Nanomaterialien

Selbst ausprobieren: Fragen zu Spezifische Oberfläche

Auf das Wievielfache steigt die Oberfläche je Volumeneinheit (spezifische Oberfläche), wenn der Durchmesser kugelförmiger Partikel von 1 µm auf 10 nm verkleinert wird?

  1. AAuf das 10-Fache
  2. BAuf das 100-Fache
  3. CAuf das 10000-Fache
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Lösung: B. Auf das 100-Fache

Die Oberfläche einer Kugel ist 4πr², ihr Volumen (4/3)πr³; die Oberfläche je Volumeneinheit ist also 3/r und umgekehrt proportional zum Radius (Durchmesser). Sinkt der Durchmesser von 1 µm = 1000 nm auf 10 nm, also auf 1/100, steigt die spezifische Oberfläche auf das 100-Fache. Das 10-Fache entsteht, wenn fälschlich die Wurzel aus dem Verhältnis gezogen wird, das 10000-Fache bei einer Verwechslung mit dem Verhältnis der Oberflächen einzelner Partikel (Verhältnis der Durchmesserquadrate). Bei Partikeln mit etwa 10 nm Durchmesser befinden sich rund 10 % aller Atome an der Oberfläche, und die Eigenschaften der Oberflächenatome beeinflussen die Eigenschaften des ganzen Partikels stark. Nanopartikel werden als Katalysatoren eingesetzt, weil ihre spezifische Oberfläche groß ist.

Kugelförmige TiO₂-Nanopartikel mit 20 nm Durchmesser (Dichte 4,0 g/cm³) seien alle gleich groß und vollständig vereinzelt dispergiert. Welcher Wert kommt der Oberfläche je 1 g Pulver (spezifische Oberfläche) am nächsten?

  1. AEtwa 37,5 m²/g
  2. BEtwa 75 m²/g
  3. CEtwa 150 m²/g
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Lösung: B. Etwa 75 m²/g

Teilt man die Oberfläche einer Kugel, πd², durch ihre Masse ρπd³/6, erhält man die spezifische Oberfläche je Masse S = 6/(ρd). Mit ρ = 4,0 g/cm³ = 4,0×10⁶ g/m³ und d = 20×10⁻⁹ m ergibt sich S = 6/(4,0×10⁶ × 20×10⁻⁹) = 6/0,080 = 75 m²/g. Etwa 150 m²/g erhält man, wenn für d der Radius von 10 nm eingesetzt wird, etwa 37,5 m²/g, wenn in die mit dem Radius geschriebene Form S = 3/(ρr) für r der Durchmesser von 20 nm eingesetzt wird. Die spezifische Oberfläche ist umgekehrt proportional zur Partikelgröße; halbiert sich die Partikelgröße, verdoppelt sie sich. In realen Pulvern berühren sich die Partikel und agglomerieren, sodass die Messwerte meist kleiner sind als dieser berechnete Wert.

„Spezifische Oberfläche“ in den Erläuterungen

Fragen, in denen „Spezifische Oberfläche“ vorkommt (5)

  1. Auf das Wievielfache steigt die Oberfläche je Volumeneinheit (spezifische Oberfläche), wenn der Durchmesser kugelförmiger Partikel von 1 µm auf 10 nm verkleinert wird?
  2. Kugelförmige TiO₂-Nanopartikel mit 20 nm Durchmesser (Dichte 4,0 g/cm³) seien alle gleich groß und vollständig vereinzelt dispergiert. Welcher Wert kommt der Oberfläche je 1 g Pulver (spezifische Oberfläche) am nächsten?
  3. Welche Aussage beschreibt das Prinzip der BET-Methode zur Messung der spezifischen Oberfläche von Pulvern richtig?
  4. Welche Aussage über das Sintern keramischer Pulver trifft zu?
  5. Welche Maßnahme ist geeignet, um zu verhindern, dass in Wasser dispergierte Oxidnanopartikel agglomerieren und sich absetzen?

Verwandte Begriffe

BET-Methode XRD (Röntgenbeugung) Scherrer-Gleichung Sintern Zeta-Potential Bottom-up-Verfahren Graphen Kohlenstoffnanoröhre Quantenpunkt Schmelzpunkterniedrigung von Nanopartikeln

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