Werkstoffauswahl und Konstruktion

Welche Elemente reichern sich beim Umschmelzen von Stahlschrott im Elektrolichtbogenofen mit wiederholtem Recycling leicht im Stahl an und beeinträchtigen die Qualität (Tramp-Elemente)?

  1. AKupfer und Zinn. Sie oxidieren schwerer als Eisen und lassen sich beim Frischen nicht entfernen, sodass sie beim Warmumformen Oberflächenrisse (Warmbrüchigkeit) verursachen
  2. BKohlenstoff. Er lässt sich auch beim Frischen mit eingeblasenem Sauerstoff nicht entfernen, sodass wiederholtes Recycling stets zu einem kohlenstoffreichen Stahl führt
  3. CAluminium. Es oxidiert schwerer als Eisen, geht daher beim Frischen nicht in die Schlacke über und verbleibt dauerhaft im Stahl
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: A. Kupfer und Zinn. Sie oxidieren schwerer als Eisen und lassen sich beim Frischen nicht entfernen, sodass sie beim Warmumformen Oberflächenrisse (Warmbrüchigkeit) verursachen

Beim Frischen von Stahl wird Sauerstoff eingeblasen, sodass Elemente, die leichter als Eisen oxidieren, zu Oxiden werden und als Schlacke entfernt werden. Kupfer und Zinn oxidieren schwerer als Eisen und lassen sich auf diese Weise nicht entfernen; gelangen etwa Kupferdrähte aus Motoren in den Schrott, reichern sie sich mit jedem Recyclingdurchgang weiter im Stahl an. Beim Erwärmen vor dem Warmwalzen oxidiert bevorzugt das Eisen, sodass sich Kupfer an der Grenzfläche zum Zunder anreichert; oberhalb des Schmelzpunkts von Kupfer (ca. 1085 °C) wird es flüssig, dringt in die Korngrenzen ein und verursacht Risse. Zinn verstärkt diesen Effekt. Kohlenstoff lässt sich durch Einblasen von Sauerstoff als Kohlenmonoxid entfernen, sodass der Kohlenstoffgehalt auch beim Recycling eingestellt werden kann. Aluminium oxidiert weit leichter als Eisen, wird sogar als Desoxidationsmittel verwendet und geht beim Frischen in die Schlacke über. Um Tramp-Elemente zu begrenzen, sortiert man den Schrott und verdünnt mit saubereren Eisenträgern.

Fehler melden

Dieses Thema üben Zurück zum Thema

Passende Rechner

Weitere Fragen zum Thema „Werkstoffauswahl und Konstruktion“

  1. Welcher Grundsatz der Werkstoffauswahl und Konstruktion ist geeignet, um die Recyclingfähigkeit eines Produkts zu verbessern?
  2. Masse und Kosten eines Bauteils sollen gleichzeitig minimiert werden, doch leichtere Werkstoffe sind teurer, und kein Werkstoff ist in beiden Zielen der beste. Welches Vorgehen bei der Werkstoffauswahl ist in diesem Fall geeignet?
  3. Bei der Werkstoffauswahl nach Ashby werden die Konstruktionsanforderungen in Funktion, Randbedingungen, Ziel und freie Variablen gegliedert. Was davon ist bei der Werkstoffauswahl für einen Fahrradrahmen das Ziel?
  4. Ein Zugstab fester Länge L soll eine Zuglast F tragen, ohne zu fließen, und seine Querschnittsfläche darf frei gewählt werden. Welcher Materialindex ist zu maximieren, um ihn möglichst leicht zu machen, wenn σf die Streckgrenze und ρ die Dichte des Werkstoffs ist?
  5. Ein Balken mit quadratischem Querschnitt, festgelegter Länge und festgelegter Biegesteifigkeit soll durch freie Wahl der Querschnittsgröße möglichst leicht werden. Welcher Materialindex ist zu maximieren, wenn E der Elastizitätsmodul und ρ die Dichte ist?