Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck: Was ist damit gemeint?

Sauerstoffpartialdruck, bei dem ein Metall und sein Oxid im Gleichgewicht nebeneinander vorliegen. Er ergibt sich aus ΔG° = RT ln pO₂; ist der Sauerstoffpartialdruck der Atmosphäre höher, wird das Metall oxidiert, ist er niedriger, wird das Oxid reduziert.

Japanische Bezeichnung: 平衡酸素分圧

„Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck“ kommt in 2 Übungsfragen aus 1 Thema vor, darunter Thermodynamik der Werkstoffe.

Fachgebiet: Thermodynamik der Werkstoffe

Selbst ausprobieren: Fragen zu Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck

Bei 1000 K beträgt ΔG° von 2Ni(s) + O₂(g) → 2NiO(s) −298 kJ/mol. Welcher Wert kommt dem Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck, bei dem Ni und NiO koexistieren, am nächsten? Ni und NiO seien reine Festkörper (Aktivität 1), der Standarddruck 1 bar, die Gaskonstante 8,314 J/(mol·K) und ln 10 = 2,303.

  1. AEtwa 1×10⁻³⁶ bar
  2. BEtwa 2×10⁻⁸ bar
  3. CEtwa 3×10⁻¹⁶ bar
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Lösung: C. Etwa 3×10⁻¹⁶ bar

Im Gleichgewicht gilt ΔG = ΔG° + RT ln(1/pO₂) = 0, also ΔG° = RT ln pO₂. Damit ist log pO₂ = ΔG°/(2,303RT) = −298000/(2,303 × 8,314 × 1000) ≈ −15,6 und pO₂ ≈ 3×10⁻¹⁶ bar. Ist der Sauerstoffpartialdruck der Atmosphäre höher, wird Ni oxidiert, ist er niedriger, wird NiO reduziert. Etwa 1×10⁻³⁶ bar entsteht, wenn ΔG°/RT ≈ −35,8 nicht als natürlicher, sondern als dekadischer Logarithmus aufgefasst wird. Etwa 2×10⁻⁸ bar entsteht, wenn das ΔG° je 1 mol NiO (−149 kJ/mol) ohne den Exponenten 1/2 von pO₂ gleich RT ln pO₂ gesetzt wird.

Bei einer bestimmten Temperatur sei p₀ der Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck, bei dem reines Cr und Cr₂O₃ koexistieren. Das Wievielfache von p₀ beträgt bei derselben Temperatur etwa der Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck, bei dem eine Legierung mit der Cr-Aktivität 0,10 und reines Cr₂O₃ koexistieren? Die Reaktion sei 4/3 Cr + O₂ → 2/3 Cr₂O₃.

  1. AEtwa das 10-Fache
  2. BEtwa das 22-Fache
  3. CEtwa das 100-Fache
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Lösung: B. Etwa das 22-Fache

Im Gleichgewicht gilt ΔG° = −RT ln K mit K = a(Cr₂O₃)^(2/3) ÷ (a(Cr)^(4/3) × pO₂). Bei gleicher Temperatur sind ΔG° und K gleich, und mit a(Cr₂O₃) = 1 ist a(Cr)^(4/3) × pO₂ konstant. Daher ist pO₂ = p₀ × 0,10^(−4/3) ≈ 21,5 p₀, also etwa das 22-Fache. Cr in der Legierung wird entsprechend der gesunkenen Aktivität schwerer oxidiert und benötigt einen höheren Sauerstoffpartialdruck. Etwa das 10-Fache ergibt sich, wenn der Koeffizient 4/3 von Cr als 1 genommen wird, etwa das 100-Fache mit dem Koeffizienten 2. Auf diese Weise lässt sich aus den Aktivitäten der Legierungselemente und dem Sauerstoffpartialdruck beurteilen, welches Element an der Oberfläche nichtrostender Stähle selektiv oxidiert wird.

Fragen, in denen „Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck“ vorkommt (2)

  1. Bei 1000 K beträgt ΔG° von 2Ni(s) + O₂(g) → 2NiO(s) −298 kJ/mol. Welcher Wert kommt dem Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck, bei dem Ni und NiO koexistieren, am nächsten? Ni und NiO seien reine Festkörper (Aktivität 1), der Standarddruck 1 bar, die Gaskonstante 8,314 J/(mol·K) und ln 10 = 2,303.
  2. Bei einer bestimmten Temperatur sei p₀ der Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck, bei dem reines Cr und Cr₂O₃ koexistieren. Das Wievielfache von p₀ beträgt bei derselben Temperatur etwa der Gleichgewichts-Sauerstoffpartialdruck, bei dem eine Legierung mit der Cr-Aktivität 0,10 und reines Cr₂O₃ koexistieren? Die Reaktion sei 4/3 Cr + O₂ → 2/3 Cr₂O₃.

Verwandte Begriffe

Aktivität Nichtrostender Stahl Chemisches Potential Ellingham-Diagramm Gibbs-Energie Mischungsentropie Reguläre Lösung Spinodale Entmischung

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