Verfestigungsmechanismen und Versetzungen
Ein Einkristallstab wird auf Zug belastet. Für ein Gleitsystem, dessen Gleitebenennormale mit der Zugachse 60° und dessen Gleitrichtung mit der Zugachse 40° einschließt, beträgt die kritische Schubspannung 0,80 MPa. Welcher Wert liegt der Zugspannung, bei der dieses Gleitsystem zu gleiten beginnt, am nächsten? Andere Gleitsysteme bleiben unberücksichtigt.
- AEtwa 0,31 MPa
- BEtwa 1,6 MPa
- CEtwa 2,1 MPa
Lösung und Erläuterung anzeigen
Lösung: C. Etwa 2,1 MPa
Die auf ein Gleitsystem wirkende Schubspannung ist τ = σ cosφ cosλ (Schmidsches Schubspannungsgesetz), und cosφ cosλ heißt Schmid-Faktor. Hier ist cos60° × cos40° = 0,500 × 0,766 ≈ 0,383, also beginnt das Gleiten bei σ = 0,80/0,383 ≈ 2,1 MPa. Etwa 0,31 MPa multipliziert die kritische Schubspannung mit dem Schmid-Faktor, statt durch ihn zu teilen, und etwa 1,6 MPa teilt nur durch cosφ und vergisst cosλ. Der Schmid-Faktor erreicht sein Maximum von 0,5, wenn Gleitebenennormale und Gleitrichtung beide 45° mit der Zugachse einschließen; liegt die Gleitebene parallel oder senkrecht zur Achse, ist er 0, und dieses System gleitet nicht. In einem Einkristall gleitet das System mit dem größten Faktor zuerst.
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