Messing: Was ist damit gemeint?

Legierung aus Kupfer und Zink. CuZn30 mit etwa 30 % Zn ist einphasig (α) und sehr duktil, CuZn40 mit etwa 40 % Zn enthält die β-Phase und ist fester.

Japanische Bezeichnung: 黄銅

„Messing“ kommt in 5 Übungsfragen aus 5 Themen vor, darunter Kristallbaufehler und Diffusion, Thermische Eigenschaften der Werkstoffe, Wärmebehandlung und metallische Werkstoffe.

Fachgebiet: Metallische Werkstoffe und Legierungen

Selbst ausprobieren: Fragen zu Messing

Werden Kupfer und Messing (eine Cu-Zn-Legierung) verbunden und erwärmt, bewegen sich an der ursprünglichen Grenzfläche angebrachte inerte Markierungen zur Messingseite hin (Kirkendall-Effekt). Was zeigt diese Erscheinung?

  1. ADie beiden Atomsorten diffundieren unterschiedlich schnell, und die Diffusion verläuft über den Leerstellenmechanismus
  2. BDie Atome diffundieren ausschließlich über den Zwischengittermechanismus, und die Zahl der Gitterplätze ändert sich auf beiden Seiten nicht
  3. CWärmespannungen an der Fügefläche schieben die inerten Markierungen während der Erwärmung zur Messingseite
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Lösung: A. Die beiden Atomsorten diffundieren unterschiedlich schnell, und die Diffusion verläuft über den Leerstellenmechanismus

Zink diffundiert schneller in das Kupfer als Kupfer in das Messing, sodass mehr Atome die Messingseite verlassen als hineingelangen. Da die Substitutionsdiffusion durch Platzwechsel mit Leerstellen abläuft, fließen Leerstellen entgegen dem Nettoatomstrom; auf der Messingseite verschwinden Gitterebenen, und die Markierungen wandern zur Messingseite. Dieses historische Experiment zeigte, dass die Diffusion über den Leerstellenmechanismus abläuft. Bei reinem Zwischengittermechanismus bliebe die Zahl der Gitterplätze unverändert, und die Markierungen würden sich nicht bewegen. Sammeln sich die überschüssigen Leerstellen, entstehen Kirkendall-Poren, die z. B. die Zuverlässigkeit von Lötverbindungen verringern.

In Messing, bei dem etwa 30 % Zink in reinem Kupfer (Wärmeleitfähigkeit bei Raumtemperatur etwa 400 W/(m·K)) gelöst sind, sinkt die Wärmeleitfähigkeit auf etwa 120 W/(m·K). Was ist der Hauptgrund?

  1. AZink leitet Wärme praktisch nicht, sodass sich die Wege für den Wärmetransport um seinen Volumenanteil verringern
  2. BDie Mischkristallbildung macht das Gitter weicher, sodass die Geschwindigkeit der Phononen, die den größten Teil der Wärme transportieren, stark sinkt
  3. CDie gelösten Atome streuen die Leitungselektronen und verkürzen deren mittlere freie Weglänge, sodass mit der elektrischen auch die Wärmeleitfähigkeit sinkt
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Lösung: C. Die gelösten Atome streuen die Leitungselektronen und verkürzen deren mittlere freie Weglänge, sodass mit der elektrischen auch die Wärmeleitfähigkeit sinkt

In Metallen wird Wärme hauptsächlich von Leitungselektronen transportiert; die Wärmeleitfähigkeit ist daher nahezu proportional zur elektrischen Leitfähigkeit (Wiedemann-Franzsches Gesetz). Im Kupfergitter gelöste Zinkatome stören die Periodizität der Atomanordnung und streuen die Elektronen; die mittlere freie Weglänge der Elektronen wird kürzer, und die elektrische Leitfähigkeit von Messing beträgt nur rund 30 % der von reinem Kupfer. Ebenso sinkt die Wärmeleitfähigkeit von etwa 400 auf etwa 120 W/(m·K). Zink selbst ist ein Metall mit einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 116 W/(m·K) und kein Stoff, der Wärme nicht leitet. In Metallen transportieren die Phononen ohnehin nur einen kleinen Teil der Wärme, sodass eine geringe Änderung der Gittereigenschaften eine so starke Abnahme nicht erklären kann.

„Messing“ in den Erläuterungen

Fragen, in denen „Messing“ vorkommt (5)

  1. Werden Kupfer und Messing (eine Cu-Zn-Legierung) verbunden und erwärmt, bewegen sich an der ursprünglichen Grenzfläche angebrachte inerte Markierungen zur Messingseite hin (Kirkendall-Effekt). Was zeigt diese Erscheinung?
  2. In Messing, bei dem etwa 30 % Zink in reinem Kupfer (Wärmeleitfähigkeit bei Raumtemperatur etwa 400 W/(m·K)) gelöst sind, sinkt die Wärmeleitfähigkeit auf etwa 120 W/(m·K). Was ist der Hauptgrund?
  3. Welche Aussage über die Mischkristallverfestigung durch Substitutionsatome trifft zu?
  4. Welche Zuordnung von Kupferlegierung und Hauptlegierungselement ist richtig?
  5. Welche Aussage über die Spannungsrisskorrosion trifft zu?

Rechner für Materialwissenschaft

Verwandte Begriffe

Leerstelle Wiedemann-Franzsches Gesetz Phonon Mischkristallverfestigung Elastizitätsmodul (E-Modul) Versetzung Kubisch-flächenzentriertes Gitter (kfz) Kubisch-raumzentriertes Gitter (krz) Spannungsrisskorrosion Nichtrostender Stahl

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