Spezifische Steifigkeit: Was ist damit gemeint?

Elastizitätsmodul geteilt durch die Dichte, E/ρ, auch spezifischer E-Modul genannt. Stahl, Aluminiumlegierungen und Titanlegierungen liegen alle bei etwa 25 GPa/(g/cm³) und damit nahezu gleichauf.

Japanische Bezeichnung: 比剛性

„Spezifische Steifigkeit“ kommt in 2 Übungsfragen aus 1 Thema vor, darunter Verbundwerkstoffe.

Fachgebiet: Werkstoffauswahl und Konstruktion

Selbst ausprobieren: Fragen zu Spezifische Steifigkeit

Welcher Vergleich zwischen CFK (kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff) und GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff) trifft zu?

  1. AGFK leitet Strom und verursacht daher anders als CFK bei Kontakt mit Aluminiumlegierungen leicht Kontaktkorrosion
  2. BCFK ist gut durchlässig für Funkwellen und gut isolierend und eignet sich daher statt GFK für Radarabdeckungen und Isolierteile
  3. CCFK hat eine hohe spezifische Steifigkeit, leitet aber Strom und verursacht daher bei Kontakt mit Aluminiumlegierungen leicht Kontaktkorrosion
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: C. CFK hat eine hohe spezifische Steifigkeit, leitet aber Strom und verursacht daher bei Kontakt mit Aluminiumlegierungen leicht Kontaktkorrosion

Kohlenstofffasern haben mit etwa 1,8 g/cm³ eine geringere Dichte als Glasfasern (etwa 2,5 g/cm³) und mit etwa 230 GPa oder mehr einen mehr als dreimal so hohen Elastizitätsmodul wie Glasfasern (etwa 70 GPa); CFK zeichnet sich daher durch hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit aus und wird in Flugzeugen und Sportartikeln eingesetzt. Es ist jedoch teuer, und da Kohlenstofffasern Strom leiten und ein edles Elektrodenpotential haben, erleidet das Aluminium leicht Kontaktkorrosion, wenn CFK mit Aluminiumlegierungen in Kontakt steht; als Gegenmaßnahme wird z. B. eine Glasfaserlage dazwischengelegt. Strom leitet CFK, nicht GFK. Gute Durchlässigkeit für Funkwellen und gute Isolation kennzeichnen GFK, das für Radome, elektrische Isolierteile sowie preiswerte Bootsrümpfe und Badewannen verwendet wird.

Welcher Wert kommt dem Verhältnis CFK/Stahl des spezifischen E-Moduls (Elastizitätsmodul/Dichte) in Faserrichtung am nächsten, für unidirektionales CFK (Elastizitätsmodul in Faserrichtung 140 GPa, Dichte 1,6 g/cm³) und Stahl (Elastizitätsmodul 210 GPa, Dichte 7,9 g/cm³)?

  1. Aca. 0,67
  2. Bca. 3,3
  3. Cca. 4,9
Lösung und Erläuterung anzeigen

Lösung: B. ca. 3,3

Der spezifische E-Modul beträgt bei CFK 140/1,6 = 87,5 und bei Stahl 210/7,9 ≈ 26,6 (beide in GPa/(g/cm³)), das Verhältnis also 87,5/26,6 ≈ 3,3. Der Elastizitätsmodul selbst ist bei CFK zwar kleiner, doch die Dichte beträgt nur etwa ein Fünftel, sodass CFK bei gleichem Gewicht etwa die 3,3-fache Steifigkeit hat. Ca. 0,67 vergleicht nur die Elastizitätsmoduln (140/210), ca. 4,9 nur das Dichteverhältnis (7,9/1,6). Dieser Wert gilt allerdings nur in Faserrichtung; quer zur Faser ist der spezifische E-Modul weit kleiner als der von Stahl. In realen Strukturen werden die Richtungen durch den Lagenaufbau ausgeglichen, sodass der Vorteil der spezifischen Steifigkeit kleiner als dieser Wert ausfällt.

„Spezifische Steifigkeit“ in den Erläuterungen

Fragen, in denen „Spezifische Steifigkeit“ vorkommt (2)

  1. Welcher Vergleich zwischen CFK (kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff) und GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff) trifft zu?
  2. Welcher Wert kommt dem Verhältnis CFK/Stahl des spezifischen E-Moduls (Elastizitätsmodul/Dichte) in Faserrichtung am nächsten, für unidirektionales CFK (Elastizitätsmodul in Faserrichtung 140 GPa, Dichte 1,6 g/cm³) und Stahl (Elastizitätsmodul 210 GPa, Dichte 7,9 g/cm³)?

Rechner für Materialwissenschaft

Verwandte Begriffe

CFK (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff) Elastizitätsmodul (E-Modul) GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) Kontaktkorrosion Fließen vor Bruch Materialindex (Leistungsindex) Ökobilanz Pareto-Optimum Tramp-Elemente Werkstoffschaubild (Ashby-Diagramm)

Zurück zum Glossar